Geschichte: 1900 bis 1923

Zwischen 1894 bis 1916 entstanden 23 neue Häuser in der Wennigser Mark. Nicht nur Bergleute ließen sich jetzt in der Wennigser Mark nieder, auch wohlhabende Städter zog es um die Jahrhundertwende in die Wennigser Mark. Gleichzeitig entwickelte sich der Ortsteil zu einem beliebten Ausflugsziel für Sommerfrischler.

Besonders beliebt waren Wochenendausflüge. Die Anreise erfolgte per Bahn bis zur Bahnstation Egestorf. Ausflugsziele waren u.a. Köllnischfeld oder der 1904 vom Hannoverschen Touristenverein zum vierten Mal errichtete Annaturm. Der Hannoversche Touristenverein entschied eine Eisenkonstruktion zu errichten, da die bisherigen hölzernen Türme entweder dem Wetter oder dem wachsenden Tourismus nicht standgehalten hatten. Familie Maage aus der Wennigser Mark bewirtete in einer angrenzenden Hütte die Ausflügler. Speisen und Getränke wurden aus der Wennigser Mark über Bierweg und Forellenbachstrasse zum Annaturm transportiert. Diesem Umstand verdankt der Bierweg seinen Namen. Zwei weitere Pensionen nahmen ihren Betrieb in der Wennigser Mark auf: 1905 die Pension Söder (Villa Anna), Haus Nr. 243, Egestorfer Straße - Ecke Bierweg und im gleichen Jahr eröffnete die Familie Kaltebra,. Haus Nr. 164, nach Umbau ihres Hauses ebenfalls eine Pension. Um 1906 siedelte sich die Norddeutsche Zündschnurindustrie als erster größerer Betrieb in der Wennigser Mark an. Das Unternehmen kaufte von den „Forstgenossen der Realgemeinde Redderse“ ein damals am östlichen Ortsende gelegenes Waldstück. Beschäftigung fanden hier etwa 50 bis 60 Arbeiter und Arbeiterinnen. In kleinen Baracken wurde die Produktion von Zündschnüren für Bergbaubetriebe aufgenommen. Das benötigte Pulver wurde unter Polizeischutz vom Bahnhof Egestorf in die Wennigser Mark transportiert. Es ist anzunehmen, dass zum Zeitpunkt der Produktionsaufnahme die Wennigser Mark schon an das Stromnetz der Betreiber der hannoverschen Straßenbahn angeschlossen war. Die Sprengstofffabrik Pniowitz übernahm 1915 die Fabrikation und errichtete im Laufe der Jahre für ihre leitenden Mitarbeiter mehrere Häuser in der Wennigser Mark. Übernommen wurde die Produktion 1919 von der Lignose AG bzw. Lignose Sprengstoffwerke GmbH Berlin - Zweigniederlassung Wennigsen. 1925 wurde die Produktion von Sicherheitssprengstoffen und Schwarzpulver eingestellt. Das Gelände und die leer stehenden Gebäude dienten später der so genannten „Schwarzen Reichswehr“ als Ausbildungslager.

zurück zu den Jahren 1875 bis 1899 | weiter zu den Jahren 1924 bis 1945